ITC-Portaltage: digitaler Kundenservice & Energieeffizienzlösungen im Fokus

Auf den ITC-Portaltagen stehen die praxisnahen Anwenderberichte zu den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des ITC-Portals im Mittelpunkt. In diesem Jahr stießen das Thema Cybersicherheit und der Einsatz von ITC-Portalprozessen wie „Ratenvereinbarung“, „Abschlagsoptimierung“, „FFVAV“, „CO2 Fußabdruck“ und „Energiemanagement“ bei den rund 100 Teilnehmern auf großes Interesse. Die ITC-Portaltage 2022 fanden vom 28. bis 29. September im Internationalen Congress Center in Dresden statt.

 

„Es war schön, wieder in Dresden zu sein. Wir nehmen von den diesjährigen ITC-Portaltagen sehr viel Wissenswertes mit, das wir nun auf unseren eigenen Online-Kundenservice anwenden können. Einiges hatten wir so noch gar nicht auf dem Schirm“, sagte ein Teilnehmer in einer Networking-Pause. Es ist wirklich auch viel passiert in den vergangenen Monaten und das ITC-Entwicklerteam hatte die Multichannel-Portalplattform ITC PowerCommerce® um zahlreiche Funktionen erweitert. Einerseits, um gesetzliche Anforderungen umzusetzen, andererseits für noch mehr Benutzerfreundlichkeit.

 

In der Portal-App als Funktion hinzugefügt wurde beispielsweise die Abwendungsvereinbarung, mit der für säumige Verbraucher individuelle Ratenpläne für ausstehende Rechnungsbeträge erstellt werden können. Ebenfalls ergänzt wurde eine Abschlagsoptimierung und der Kostenausblick nach Kurzfristenergie-versorgungssicherungsmaßnahmenverordnung (EnSikuMaV). Über diese neuen Funktionen, weitere neue Prozesse sowie über Projekthighlights der vergangenen Monate hatte André von Falkenburg, Leiter Customizing der ITC AG, referiert.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch der Impulsvortrag vom Leitenden Kriminaldirektor des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen, Thomas Uslaub. Der Leiter des Cybercrime Competence Centers stellte seinen Vortrag unter die Frage „Immer öfter Cyberattacken: Werden Hackerangriffe auf die Energiewirtschaft normal?“ Allein im Jahr 2021 gab es bundesweit laut LKA rund 124.000 Fälle von „Cybercrime im engeren Sinne“, 2020 waren es noch rund 108.000 Fälle gewesen. Energieversorgungsunternehmen riet Thomas Uslaub, sich professionelle Hilfe an die Seite zu holen. In jedem Bundesland gebe es, wie hier in Sachsen, eine zentrale Ansprechstelle Cybercrime.
„Wenn Sie den Verdacht auf eine Cyber-Attacke haben, sollten Sie alle Informationen dazu sammeln und speichern, sowie die in Ihrem Unternehmen festgelegten Meldewege einhalten. Bei einem erkannten Angriff befolgen Sie die Maßnahmen, die in einem IT-Sicherheitskonzept Ihres Unternehmens festgehalten sind“, betonte er: "Leider haben wir uns an regelmäßige Cyberangriffe, auch in der Energiewirtschaft, gewöhnt. Cybercrime ist das sich am dynamischsten entwickelte Kriminalitätssegment."

 

Best Practices zeigen Mehrwerte
Um die Funktionalitäten in der Praxis ging es in den weiteren Vorträgen. „Die Anwenderberichte beweisen, dass unsere Portallösungen sehr vielfältig eingesetzt werden. Sie optimieren digitale Serviceprozesse und sorgen bei Stadtwerken, bei Unternehmen und auch in Kommunen dafür, dass Kosten, Zeit und Energie eingespart werden. Diesen konkreten Nutzen hier bei den ITC-Portaltagen auch anhand von Grafiken und Zahlen aufbereitet zu sehen, macht uns schon sehr stolz“, sagt Stefan Adler, CTO der ITC AG.

 

  Jürgen Heidak, Vorstand CURSOR Software AG, und Rico Herrmann, Projektleiter der ITC AG stellten das „Netzanschluss-Portal für Endkunden, Elektroplaner und Installateure“ der ovag Netz GmbH genauer vor. Dank dieser Portallösung können Kunden die gesamte Antragstellung für einen Hausbau oder Umbau, für eine Erweiterung oder Auflösung jederzeit, auf allen Endgeräten und somit ortsungebunden erledigen. Installateure können das Tool zudem nutzen, um ihre Prozesse sowie deren Bearbeitungsstand weiterzugeben.
Einen Blick ins Energiemanagement eines produzierenden Unternehmens bot Klaus Volk von der Sto SE & Co. KGaA. Er berichtete von zunächst 150 verschiedenen Excel-Tabellen, die an verschiedenen Standorten vor Einführung der Energiemanagement-Software geführt wurden. Seit 2019 hatte sich dies geändert. Seitdem werden die Messwerte im ITC-Energiemanagement-System erfasst und ausgewertet. „Es ist ein mächtiges Tool, das uns sehr geholfen hat.“ So konnten Auffälligkeiten im Energieverbrauch an einem Produktionsstandort im Vergleich zu den anderen Standorten festgestellt und letztlich optimiert werden.  

 

Wie entwickelt sich ein Online-Kundenportal für Energie- und Wasserkunden innerhalb eines Jahres? Diese Frage beantwortete Christian Scholz von der SWE Energie GmbH in seinem Vortrag „Status Quo: Ein Jahr Self-Service mit dem ITC-Kundenportal – das haben wir erreicht“. Er resümierte die Erfolge seit dem Start der Online-Plattform in Erfurt im Juli 2021. Inzwischen nutzen rund 15.000 Kunden den digitalen Kundenservice, um insbesondere ihre Zählerstandsmeldungen abzugeben.

Tobias Mahler, Leiter Vertrieb Privatkunden bei der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH und sein Kollege Florian Stegner von der SWU TeleNet GmbH berichteten, wie die Stadtwerke der aktuellen Nachfrage nach regional erzeugtem Strom gerecht werden und eine Regionalstromplattform ins Kundenportal integrierten. Diese Plattform listet regionale Erzeugungsanlagen im Umkreis von 50 Kilometern auf. Das Besondere an der Integration: beide Portale sind durch eine sichere Single-Sign-On-Lösung (SSO) verbunden, so dass der Zugriff auf beide Plattformen mit nur einem Login funktioniert. Die Stadtwerke Ulm/Neu Ulm GmbH vermarkten das Produkt als „SWU RegionalStrom“.

 
  Energiemanagement auf kommunaler Ebene und deren Vertriebsmöglichkeiten beschrieb Thomas Hahn von der Stadtwerke Lemgo GmbH in seinem Vortrag. Die Stadtwerke nutzen die ITC-Plattform bereits seit Jahren erfolgreich und geben diese nun auch an andere Kommunen und Stadtwerke weiter. Sie vermarkten sie als Software as a Service (SaaS) und bieten unter dem Motto „In Lippe gemeinsam“ ein Dienstleistungspaket für die Bereiche Energiemanagement, Lo-RaWAN, Smart-City und Energiebeschaffung an. "Aktuell ist die Nachfrage auch wirklich enorm hoch, was uns sehr freut", sagt Thomas Hahn.
Kompaktes Fachwissen gab es zum Abschluss im Vortrag „Disruption im Wärmemarkt: FFVAV-Anforderungen und Lösungen für Fernwärmelieferanten“. In der „Fernwärme- oder Fernkälte-Verbrauchserfassungs- und -Abrechnungsverordnung - FFVAV“ sind die seit Anfang 2022 geltenden Pflichten für Lieferanten von Fernwärme geregelt. Steve Pater, Senior Technical Consultant bei der ITC AG präsentierte die Möglichkeiten der ITC-Portallösungen, die gesetzlich geforderten Abrechnungs- und Verbrauchsinformationen mehrfach pro Jahr aufzubereiten.  

 

„Energie-Wiesn“ im Club Standesamt
Der Kommunikationsabend stand in diesem Jahr mit einem klassischen Fassbieranstich, typischen Speisen und zünftigen Unterhaltungsprogramm unter dem Motto „Energiewiesn – Oktoberfest der Energiewirtschaft.

 

Die ITC AG bedankt sich bei allen Gästen für die Anwesenheit und bei allen Beteiligten für das Engagement. Die nächsten ITC-Portaltage finden am 8. /9. November 2023 wieder in Dresden statt.

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